Löcher im Darm - das Leaky Gut Syndrom

15.03.2018 10:36

Was ist das Leaky Gut Syndrom? 

Leaky Gut bedeutet löchriger Darm oder durchlässiger Darm und dies beschreibt das weit verbreitete Leiden auch recht gut. Oft wird ein Leaky Gut Syndrom falsch diagnostiziert und fälschlicherweise eine Autoimmunerkrankung oder eine Allergie festgestellt. Diese gilt dann oft als unheilbar, dabei ist ein Leaky Gut gut therapierbar und die entsprechenden Folgeerscheinungen lassen sich somit oft reduzieren oder ganz heilen. Diese Erkrankung ist keine neue Entdeckung. Sie wird schon seit den 1980er Jahren erforscht. Die Diagnose stellt sich allerdings als nicht ganz einfach heraus, da die Symptome sehr unterschiedlich sein können. Zu den Symptomen eines Leaky Gut Syndroms gehören unter anderem:

  • Blähungen
  • Reizdarmbeschwerden
  • Migräne
  • Ekzeme
  • Chronische Gelenk und Muskelschmerzen
  • geschwächtes Immunsystem
  • Allergien
  • anhaltende Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
Frau mit bauchschmerzen

Die Darmbarriere und ihr Aufbau

Das Leaky Gut Syndrom spielt sich hauptsächlich im Dünndarm ab und nicht im Dickdarm. Im Dünndarm werden bei einer intakten gesunden Darmbarriere lediglich die vom Körper benötigten Nährstoffe und Wasser in den Blutkreislauf gelassen. Wie die Haut unsere Schutzschicht und Abgrenzung zu unserer Umwelt ist, so ist die Darmbarriere das in unserem Körperinneren. Diese Darmbarriere besteht im Wesentlichen aus drei Schutzschichten. Die äußerste bildet die Schleimschicht, an dieser Schleimschicht werden erste Schadstoffe bereits abgewiesen und perlen an ihr ab. Zu dieser Schleimschicht gehört ebenfalls das Immunglobulin A. Es ist ein Antikörper und gehört zum Immunsystem dieser Antikörper entlastet die Darmschleimhaut, indem es ebenfalls eine Schutzfunktion gegen Toxine darstellt. Je gesünder die Schleimschicht und je höher diese Immunglobulin A Konzentration in der Schleimschicht, desto besser funktioniert diese erste Schutzebene. Bei der zweiten Schutzebene handelt es sich um die Darmflora, sie sitzt direkt auf der Schleimschicht. Dabei handelt es sich um Darmbakterien, wovon ein gesunder Mensch etwa 100 Billionen besitzt. Die Aufgaben der Darmflora sind sehr vielfältig. Die wichtigste Aufgabe besteht jedoch darin die für den Körper schädlichen Bakterien und Pilze zu verdrängen. Diese könnten der darunter liegenden Schleimhaut schaden. Bei der dritten Schutzebene der Darmbarriere handelt es sich um die Darmschleimhaut. Sie liegt unter der Schleimschicht und besteht aus vielen einzelnen Schleimhautzellen die aneinandergereiht sind, und durch sogenannte Tight junctions miteinander verbunden sind. Diese bänderförmigen Proteine spielen beim Leaky Gut Syndrom eine wesentliche Rolle. Durch diese werden die Schleimhautzellen zusammen gehalten und sorgen somit dafür, das keine ungewollten Stoffe in den Blutkreislauf gelangen.

Darmbarriere Aufbau

Ursachen von Leaky Gut

Es gibt also mehrere Schutzschichten, die verhindern das Schadstoffe über die Darmbarriere in den Blutkreislauf gelangen. Bei einem Leaky Gut Syndrom versagen mehr oder weniger alle diese Schutzschichten und Stoffe, die eigentlich nicht in den Blutkreislauf gehören gelangen genau dort hin und führen zu den zahlreichen Symptomen. Doch wie kommt es dazu das alle diese Schutzmechanismen versagen? Viele heute alltägliche Nahrungsmittel, Medikamente und Alkohol schaden einer oder mehrerer dieser Schutzschichten. Das Leaky Gut Syndrom wird besonders begünstigt durch:

  • Antibiotika
  • einige Schmerzmittel
  • Alkohol
  • übermäßiger verzehr von Zucker
  • Gluten und Milcheiweiß (bei Unverträglichkeit)
  • Stress
  • Infektionen (Bakterien und Pilze)

Auch übermäßiger befall von Candida einem Hefepilz, der natürlicherweise im Darm vorkommt durch ungesunde Lebensweise aber überhandnehmen kann begünstigt das Leaky Gut Syndrom. In den aller meisten Fällen führt eine Kombination aus mehreren Dingen, die sich gegenseitig begünstigen zu einem Leaky Gut. So begünstigt Stress in Kombination mit Alkohol beispielsweise einen übermäßigen Candida Befall. Dieser bringt das Bakterien-Gleichgewicht im Darm durcheinander, was wiederum einen Leaky Gut verursachen kann. Ein Mangel an Nährstoffen führt ebenfalls zu einer Beeinträchtigung der Darmschleimhaut. Vitamin A und Zink spielen hier eine wichtige Rolle. Nahrungsmittelintoleranzen können ebenso zur Entstehung eines Leaky Gut Syndroms beitragen.

Die Diagnose von Leaky Gut

Im wesentlichen gibt es zwei Testverfahren um, einen Leaky Gut festzustellen. Des Weiteren kann ein verringerter Wert von sekrotischem Immunglobulin A im Stuhl, ebenfalls einen Hinweis auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut geben. Die erste Testmethode ist der Lactulose-Mannitol Test im Urin. Bei Lactulose und Mannitol handelt es sich um zwei Zuckerarten, die im Dünndarm nicht verstoffwechselt werden. Mannitol wird bei einer gesunden Darmschleimhaut von ihr resorbiert und mit dem Urin ausgeschieden. Lactulose wird normalerweise kaum von der Darmschleimhaut aufgenommen, da es sich dabei um ein größeres Molekül handelt, daher sollten sich nur kleinste Mengen im Urin befinden. Ist die Darmschleimhaut gestört verändert sich die Resorptionsmenge dieser beiden Zuckerarten, die Mannitolaufnahme wird verringert und die Lactuloseaufnahme steigt im Gegenzug an. Dieses Verhältnis wird dann in Form eines L/M Quotienten angegeben (L/M = Lactulose/Mannitol). Das zweite

Testverfahren ist der Zonulin Test im Blutserum, ist der Zonulin-Wert erhöht kann daraus geschlossen werden, dass die Tight junctions nicht richtig arbeiten. Zonulin ist ein Protein das die Tight junctions öffnen kann. Beispielsweise kann der Verzehr von glutenhaltigen Speisen dazu führen, dass die Zonulinwerte im Blut ansteigen. Dies geschieht unmittelbar nach dem Verzehr von Gluten. Je höher die Zonulin werte, desto wahrscheinlicher ist ein Leaky Gut Syndrom.

Frau mit gesundem Darm

Behandlungsmöglichkeiten

Zuerst sollte die Ursache für das Leaky Gut Syndrom eindeutig festgestellt werden, wird diese dann beseitigt, kann man mit einer Stärkung und einem Wiederaufbau der Darmbarriere beginnen. Die Schleimschicht kann am besten mit schleimbildenden Nahrungsmitteln geschützt werden. Gesunde schleimbildende Lebensmittel sind beispielsweise Leinsamen, Chiasamen und Flohsamen. Diese kann man in Wasser einweichen und dann zu sich nehmen. Der beste Schutz der Schleimschicht besteht allerdings darin keine Schleimschicht schädigenden Lebensmittel zu sich zu nehmen. Süßholz und Eibischwurzeltee wirken sich ebenfalls positiv auf die Schleimschicht aus. Die Darmflora kann am besten mit einer Darmreinigung und mit Probiotika aufgebaut und gestärkt werden. Die probiotischen Darmbakterien in den Probiotika können noch durch sogenannte Präbiotika unterstützt werden. Präbiotika enthalten Stoffe die den probiotischen Bakterien als Nahrung dienen, dies hilft den probiotischen Bakterien sich schneller in einem angeschlagenen Darm anzusiedeln. Um einem übermäßigen Candidabefall entgegenzuwirken, kann zusätzlich zu einer Darmsanierung gezielt mit folgenden Mitteln gearbeitet werden.

  • Olivenblattextrakt
  • Kokos und Oreganoöl
  • Grapefruitkernextrakt

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